#Gedankenexperiemente sind besser als Tagträume

Man stelle sich folgende Situation vor: Ein Ingenieur sitzt an seinem Schreibtisch und stellt sich vor, am thailändischen Strand seinen Blog zu schreiben und von Affiliate Marketing zu leben. Er träumt davon, ein Digital Native zu sein.

Digital Natives sind Leute ohne festen Arbeitsort (und manchmal auch Wohnsitz). Sie sind Influencer, Blogger, Vlogger, Freelancer – sie arbeiten, wo sie wollen, wann sie wollen. Viele von ihnen betreiben ein sehr erfolgreiches Business, denn es gibt sehr viele Tätigkeiten, die man von überall aus erledigen kann (nicht nur Reiseblogger sind immer unterwegs, es gibt auch örtlich ungebundene online Marketing Experten, Software Developer, und viele mehr).

Das problematische an unserem Ingenieur ist, dass er es sich nur als abstrakte Fluchtmöglichkeit vorstellt, nicht als verfolgenswertes Ziel. Er überlegt nicht ernsthaft, seine Sachen zu packen und nach Thailand zu ziehen. Er überlegt nicht einmal, über was er einen Blog schreiben will und was er konkret vermarkten möchte. Wenn er ehrlich ist, hat er Essays schreiben noch nie gemocht und arbeitet überhaupt nicht gerne alleine.

Solche Tagträume sind normal und teilweise psychologisch hilfreich, allerdings halten sie dich auch zurück.

Während du in deinen Tagträumen steckst, prüfst du nicht wirklich deine Optionen und denkst auch nicht darüber nach, was du erreichen möchtest. Du wirst nie einen konkreten Plan machen, wie du vorgehst, um deine Träume zu verwirklichen. Anders verhält es sich bei einem Gedankenexperiment, bei dem du analytisch überlegst, was in einer bestimmten Situation passieren würde. Deswegen musst du lernen, Tagträume von Gedankenexperimenten zu unterscheiden.

Unser Ingenieur kann also weiterhin darüber nachdenken, ein Digital Native zu werden, allerdings lieber als Gedankenexperiment. Er stellt sich genau vor, wie sein Blog aussieht und was er dafür alles machen muss (ständige Recherche, Web Design, Partnerakquise). Er stellt sich vor, wie das tägliche Leben in Thailand aussieht, wo er lebt, was er den ganzen Tag über macht. Er überlegt sich, womit er wie viel Geld verdient und wie er es investieren möchte. Schließlich überlegt er sich, wie lange er dies machen möchte und was passiert, wenn es nicht klappt.

Jetzt hat der Ingenieur ein Gedankenexperiment gemacht, bei dem vielleicht sogar rauskommt, dass ein Digital Native zu werden eine richtig gute Option für ihn ist. Allerdings nicht als Blogger, sondern als Software Engineer (er kann schon programmieren und würde auch Zeit investieren, neue Programmiersprachen zu lernen). Thailand will er sich noch einmal überlegen. Hieraus kann er einen konkrete Handlungsanweisungen formulieren und ein Digital Native zu werden ist vom Tagtraum zum machbaren Plan geworden.

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